Hitzewelle im August

Im August rollt erneut eine Hitzewelle mit 35 Grad plus X durch Deutschland. Gerade für Seniorinnen und Senioren kann diese - darauf weist Karin Wolf, die Vorsitzende des Kraillinger Seniorenbeirats hin – zur Gefahr werden. Wolf: „Unsere älteren Menschen haben oftmals ein eingeschränktes Durstgefühl und gesundheitliche Vorbelastungen.“

Um Senioren trotz Temperaturen über 30 Grad Hilfestellung für die Hitzewelle zu geben, gibt der Kraillinger Seniorenbeirat 10 Tipps:

1. Gut vorbereitet in den Hitzetag starten. Wer in der Früh die Fenster aufmacht, sorgt für frische Luft und Durchzug in den Zimmern. Zusätzlich nachts zu lüften, kann das Haus oder die Wohnung kühlen. Tagsüber empfiehlt der Seniorenbeirat, die Jalousien lieber unten zu lassen. So heizen sich Räume langsamer auf.

2. Kühle Morgenstunden nutzen: Eine Arbeit im Garten oder auf dem Balkon kann gar nicht warten? Dann sollten Senioren diese morgens erledigen. Das gilt auch für Einkäufe, die so ohne das große Schwitzen erledigt werden können. Während der größten Mittagshitze sollten ältere Menschen und Risikogruppen lieber drinnen bleiben.

3. Einen Gang runterschalten. Viele Aufgaben können auf einen weniger warmen Tag verschoben werden. Dies gilt vor allem für größere Anstrengungen.

4. Mindestens zwei Liter pro Tag trinken: An Hitzetagen ist es besonders wichtig, mehr als sonst zu trinken, denn wer mehr schwitzt, braucht auch mehr Flüssigkeit! Der Seniorenbeirat empfiehlt, dass ältere Menschen mindestens zwei Liter pro Tag trinken sollten. Auch wenn ihnen das wegen des eingeschränkten Durstgefühls schwerfällt.

5. Erinnerungsstützen im Haushalt einrichten: Mit einem ganz einfachen Trick vergisst man das Trinken nicht. Karin Wolf empfiehlt, sich morgens einen Krug mit einem Liter Inhalt abfüllen. Den sollte man mit einem Glas an einer Stelle platzieren, wo man das Gefäß oft sieht – z.B. in der Küche. So wird man ans Trinken erinnert und kann beurteilen, wie viel man bereits geschafft hat. Im Optimalfall sollte der Krug nachmittags leer sein und durch einen neuen ersetzt werden.

6. Auf die richtigen Getränke setzen: Aber was kommt in den Krug? Gekühlte Getränke sind an heißen Tagen verlockend, aber kontraproduktiv, denn sie können die Wärmeproduktion des Körpers zusätzlich steigern, heißt es in der Broschüre des Bundesgesundheitsministeriums. Der Seniorenbeirat rät hingegen zu lauwarmen Tees. Auch Wasser und verdünnte Fruchtsäfte tun dem Körper gut. Alkohol sollte man an Hitzetagen aber auf jeden Fall vermeiden.

7. Bevorzugt leichtes Essen kochen: Ein Schweinsbraten sollte an Hitzetagen lieber nicht auf den Teller kommen. Der Seniorenbeirat empfiehlt leichtes Essen, wie Salat oder Suppe. Auch ein mageres Stück Fleisch mit Gemüse ist gut verträglich, denn an einem Hitzetag ist das Hungergefühl ohnehin geringer.

8. Auf den eigenen Körper hören: Hat man es trotz aller guten Ratschläge übertrieben, wird dies sehr schnell bemerkt. Der Körper rebelliert, indem dem älteren Menschen z.B. schwindlig und/oder übel wird. Spätestens dann ist es für ihn besser, sich kurz hinzulegen und besonders aufs Trinken zu achten.

9. Sich gegebenenfalls Unterstützung holen: Einen Ansprechpartner für den Ernstfall zu haben, gibt Sicherheit – egal, ob es einem an einem heißen Tag dann wirklich schlecht geht oder nicht. Greifen Sie doch einfach zum Hörer uns sprechen Sie mit Familie, Freunden oder Bekannten über Ihre Situation. Vielleicht geht es denen ähnlich und sie freuen sich, mal wieder etwas von Ihnen zu hören. Wer allein lebt und merkt, dass es ihm schlecht geht, sollte unverzüglich jemanden anrufen und ihn bitten, vorbeizukommen.

10. Einen kühlen Kopf und Ruhe bewahren: Jede Hitzewelle geht vorbei. Senioren können also einfach mal die Füße in einem kühlen Zimmer oder draußen im Schatten hochlegen und sich ein Eis gönnen.