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One-Stop-Shop, EU-Regelung; Abgabe einer Steuerklärung durch Unternehmen mit Sitz in der EU

Das Verfahren One-Stop-Shop, EU-Regelung ist eine Sonderregelung auf dem Gebiet der Umsatzsteuer. Mit dem Verfahren k√∂nnen Sie als Unternehmerin oder Unternehmer bestimmte, nach dem 30. Juni 2021 in der Europ√§ischen Union (EU) erzielte Ums√§tze in einer Steuererkl√§rung zentral versteuern. Dieses Verfahren l√∂st das Vorg√§ngerverfahren Mini-One-Stop-Shop ab. Sie brauchen nur eine Steuererkl√§rung f√ľr alle Ihre in der EU erzielten Ums√§tze, die unter die Sonderregelung fallen, in dem Staat, in dem Ihr Unternehmenssitz liegt, abzugeben. Nach diesem Prinzip der einzigen Anlaufstelle k√∂nnen Sie die sich ergebende Steuer komplett in einem Schritt entrichten.
Das Verfahren können Sie als Unternehmerin oder Unternehmer nutzen, wenn Sie

  • Ihren Unternehmenssitz in Deutschland haben und
  • Dienstleistungen oder Gegenst√§nde an Privatpersonen in einem anderen Mitgliedstaat der EU verkaufen,
  • eine elektronische Schnittstelle zur Verf√ľgung stellen, durch deren Nutzung sie die Lieferung von Gegenst√§nden innerhalb eines Mitgliedstaates durch einen nicht in der Gemeinschaft ans√§ssigen Steuerpflichtigen unterst√ľtzen und deshalb so behandelt werden, als ob sie die Gegenst√§nde selbst geliefert h√§tten,
  • Ihren Unternehmenssitz nicht in der Europ√§ischen Union haben und im Inland √ľber eine Einrichtung wie zum Beispiel ein Warenlager verf√ľgen, von der aus Waren an Privatpersonen in anderen EU-Mitgliedstaaten geliefert werden.

Sie m√ľssen immer den Umsatzsteuersatz bezahlen, der in dem EU-Mitgliedstaat gilt, in dem die Leistungsempf√§ngerin oder der Leistungsempf√§nger ans√§ssig ist.
Als Unternehmerin oder Unternehmer können Sie Ihre in Mitgliedstaaten der EU erzielten Umsätze nach dem in Ihrem Land geltenden Steuersatz versteuern und bei Ihrem zuständigen Finanzamt erklären (Ausnahmeregelung), wenn

  • Ihr Unternehmen seinen Sitz in nur einem Mitgliedsstaat der EU hat und
  • es sich bei den erzielten Ums√§tzen um Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen oder auf elektronischem Weg erbrachte Dienstleistungen oder um innergemeinschaftliche Fernverk√§ufe handelt
  • der Gesamtbetrag der vorgenannten Ums√§tze (ohne Umsatzsteuer) im vergangenen und laufenden Kalenderjahr EUR 10.000 nicht √ľberschreitet.

Wenn Sie als Unternehmerin und Unternehmer diese Voraussetzungen erf√ľllen, aber trotzdem nicht am Verfahren teilnehmen wollen, m√ľssen Sie vorher dem Finanzamt mitteilen, dass Sie auf die Ausnahmeregelung verzichten.
Um an dem Verfahren One-Stop-Shop teilzunehmen, m√ľssen Sie Ihre Teilnahme beim Bundeszentralamt f√ľr Steuern (BZSt) beantragen.
Registrierte Unternehmen m√ľssen sich in den folgenden F√§llen von der Teilnahme am Verfahren wieder abmelden:

  • bei Einstellung der Leistungserbringung,
  • bei Wegfall der Teilnahmevoraussetzungen in allen Mitgliedstaaten der EU,
  • bei Registrierung in einem anderen Mitgliedstaat der EU wegen Wegfalls der Teilnahmevoraussetzungen in Deutschland, zum Beispiel nach Verlegung des Sitzes oder nach Schlie√üen einer Betriebsst√§tte in Deutschland.

Sie m√ľssen die im Rahmen des Verfahrens erzielten Ums√§tze aufzeichnen, damit Ihre Steuererkl√§rungen und Zahlungen auf Richtigkeit gepr√ľft werden k√∂nnen. Auf Anforderung m√ľssen Sie die Aufzeichnungen dem BZSt beziehungsweise den zentral zust√§ndigen Beh√∂rden der √ľbrigen EU-Mitgliedstaaten auf elektronischem Wege zur Verf√ľgung stellen.
Sie m√ľssen Ihre Steuererkl√§rung im Verfahren One-Stop-Shop elektronisch im BZStOnline-Portal (BOP) abgeben. Stellen Sie fest, dass eine bereits √ľbermittelte Steuererkl√§rung nicht korrekt ist, m√ľssen Sie die Berichtigung in einer nachfolgenden Steuererkl√§rung in BOP vornehmen.

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Lebenslagen: Steuern und Abgaben f√ľr Betriebe

Autor: Super-Admin

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